Universität Hohenheim
 

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Pfleger, Stefan

Matching und Zeitarbeit : Theoretische Analysen zu den Auswirkungen der Leiharbeit auf den Arbeitsmarkt

Matching and temporary agency work : a theoretical analysis of the effects of temporary agency work on the performance of the labor market

Bitte beziehen Sie sich beim Zitieren dieses Dokumentes immer auf folgende
URN: urn:nbn:de:bsz:100-opus-6958
URL: http://opus.uni-hohenheim.de/volltexte/2012/695/


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SWD-Schlagwörter: Matching , Leiharbeit
Freie Schlagwörter (Deutsch): Arbeitsmarktrigiditäten , Beschäftigungseffekte , Lohneffekte
Freie Schlagwörter (Englisch): search and matching model , temporary agency work , labor market frictions , unemployment
Institut: Institut für Volkswirtschaftslehre (bis 2010)
Fakultät: Fakultät Wirtschafts- und Sozialwissenschaften
DDC-Sachgruppe: Wirtschaft
Dokumentart: Dissertation
Hauptberichter: Beißinger, Thomas Prof. Dr.
Sprache: Deutsch
Tag der mündlichen Prüfung: 27.03.2012
Erstellungsjahr: 2012
Publikationsdatum: 03.05.2012
 
Lizenz: Hohenheimer Lizenzvertrag Veröffentlichungsvertrag mit der Universitätsbibliothek Hohenheim
 
Kurzfassung auf Deutsch: Aufgrund ihrer Bedeutungszunahme ist die Zeitarbeit in den letzten Jahren auch in das Blickfeld der Wissenschaft geraten. Allerdings befindet sich die wissenschaftliche Forschung zu diesem Themengebiet in vielerlei Hinsicht immer noch in ihren Anfängen. An dieser Stelle setzt die vorliegende Dissertation an. Zielsetzung ist es, das theoretische Gerüst der Zeitarbeitsforschung auf eine breitere Basis zu stellen. Zu diesem Zweck werden vorhandene Modellansätze der Matching-Literatur aufgegriffen und als Ausgangsbasis für die Analyse herangezogen. Diese werden anschließend zielgerichtet modifiziert, um weitere Fragestellungen zu den Arbeitsmarktwirkungen der Zeitarbeit untersuchen zu können. In diesem Zusammenhang werden insbesondere zwei Aspekte untersucht. Einerseits werden die Determinanten identifiziert, die das rasante Wachstum der Zeitarbeitsbranche erklären können. Andererseits wird herausgearbeitet, welche Lohn- und Beschäftigungswirkungen sich durch die Existenz eines Zeitarbeitssektors ergeben.
Kapitel 2 gibt zunächst einen Überblick über das Phänomen "Zeitarbeit" und arbeitet die Besonderheiten dieser Beschäftigungsform heraus. Zudem wird der rechtliche Rahmen dargestellt, in dem sich die Zeitarbeit in Deutschland bewegt. Danach folgt die Darstellung der Motive für die Nutzung der Leiharbeit aus Sicht der Arbeitnehmer und der Unternehmen sowie der Triebkräfte, die grundsätzlich für das Wachstum der Leiharbeit verantwortlich gemacht werden können. Zuletzt wird ein Überblick über den Stand und die Entwicklung der Leiharbeit in Deutschland gegeben.
In den Kapiteln 3 bis 5 wird eine Einführung in die Matching-Theorie gegeben. Dieser Modellrahmen hat sich in den letzten zwei Jahrzehnten zum Standard-Werkzeug zur Analyse der Vorgänge auf dem Arbeitsmarkt entwickelt. Mit Hilfe der traditionellen Matching-Modelle wird eine einführende Analyse vorgenommen, welche Auswirkungen die Intermediationsfunktion der Zeitarbeit auf dem Arbeitsmarkt hat.
In den Kapiteln 6 bis 8 werden die traditionellen Matching-Modelle dahingehend erweitert, dass Zeitarbeit als eigenständiger Sektor explizite Berücksichtigung findet. Dadurch eröffnet sich die Möglichkeit, die Analyse zu vertiefen und die bis dahin gefundenen Erkenntnisse weiter auszudifferenzieren. Zusätzlich kann die Interaktion der Leiharbeit mit anderen Arbeitsmarktinstitutionen analysiert werden.
In Kapitel 6 wird der Frage nachgegangen, welche Faktoren das Wachstum des Zeitarbeitssektors erklären können. Dabei richtet sich das Augenmerk auf Erklärungsansätze, die innerhalb des Zeitarbeitssektors ihre Wirkung entfalten. Insbesondere steht hier die Frage im Mittelpunkt, inwiefern die gesetzliche Deregulierung der Zeitarbeit das Wachstum der Branche forciert haben kann. Zudem eröffnet der verwendete Modellrahmen die Möglichkeit, die Auswirkungen des Deregulierungsprozesses auf die Arbeitslosigkeit und die reguläre Beschäftigung abzuschätzen. Anschließend wird untersucht, ob sich empirische Belege für die Deregulierungs-Hypothese als Erklärungsbeitrag für das rasante Wachstum der Zeitarbeit in Deutschland finden lassen.
Das in Kapitel 7 entwickelte Modell zeigt, dass auch andere Faktoren zum Wachstum des Zeitarbeitssektors beitragen können. Dabei wird der Fokus auf die Rigiditäten im regulären Sektor gelegt. Dazu wird das Zeitarbeits-Modell um die Endogenisierung der Entlassungsentscheidung erweitert. Dies erlaubt die modelltheoretische Überprüfung der Kündigungsschutz-Hypothese, wonach die Existenz bzw. der Ausbau von Kündigungsschutzregelungen zum Wachstum des Zeitarbeitssektors beigetragen hat. Zusätzlich wird untersucht, welche Wirkungen von der Existenz des Leiharbeitssektors auf die Arbeitsmarkt-Performance ausgehen, wenn der Rigiditätsgrad in der Ökonomie zunimmt.
Im Zusammenhang mit der Ausweitung der Leiharbeit wird immer wieder die Kritik laut, dass die Arbeitnehmer in der Branche schlechteren Arbeitsbedingungen ausgesetzt sind und insbesondere schlechter entlohnt werden als regulär beschäftigte Arbeitnehmer. Daher wird in Kapitel 8 ein Modell entwickelt, mit dessen Hilfe der Zusammenhang zwischen Zeitarbeit und Löhnen näher beleuchtet werden kann. Es werden die Auswirkungen untersucht, die von der Vergrößerung des Lohnkostendifferentials zwischen regulärer Beschäftigung und Zeitarbeit zu erwarten sind. Darüber hinaus werden Überlegungen angestellt, welche Konsequenzen die Einführung bzw. die Erhöhung eines Mindestlohnes im Zeitarbeitssektor nach sich zieht. Weiterhin wird der Frage nachgegangen, welche Effekte das Wachstum des Zeitarbeitssektors auf die Löhne von Zeitarbeitern, aber auch von regulär Beschäftigten, zur Folge hat.
 
Kurzfassung auf Englisch: Since 1990 temporary agency work has increased rapidly in most western countries. Despite that fact, the academic research about this trend is still at the beginning. This dissertation contributes to the theoretical field of research by investigating the effects of the existence of temporary work agencies on the labor market. Using different kinds of matching-models, the analysis focuses on the identification of the growth-determinants of temporary agency work and the various kinds of effects that temporary agency work can have on the performance of the labor market.
Chapter 2 gives an overview about the phenomenon ?temporary agency work?, its legal framework in Germany and the motives of firms and individuals, which use the services of temporary work agencies. In addition, some data of the structure and development of temporary agency work in Germany is presented.
An introduction into (standard) matching-models of the labor market is given in chapters 3 to 5. Afterwards, the traditional matching-framework is used to analyze the intermediation-function of temporary work agencies.
In Chapter 6 to 8 a modification of the traditional matching-framework is made by explicitly incorporating temporary agency work as an additional labor market segment. By doing so, it is possible to analyze the interaction with other kinds of labor market institutions, such as employment protection.
The model presented in Chapter 6 investigates whether the deregulation of temporary agency work has contributed to its rapid growth. Furthermore it is discussed under which circumstances the expansion of the temporary work sector leads to the growding-out of regular jobs. Afterwards, an empirical analysis examines the effects of the deregulation process on the growth of temporary agency work in Germany.
Chapter 7 shows that there are also factors outside the temporary work sector that can explain its growing importance. The model developed in this chapter is used to analyze the effects of firing-costs on the temporary work sector. Furthermore it is asked which effects the existence of the temporary work sector has on labor market performance when the regular sector becomes more rigid.
The model developed in chapter 8 analyzes the wage-effects of temporary work. Initially, the analysis focuses on the effects of a change of the wage-differential between regular and temporary agency work. Finaly it is shown what effects the growth of the agency work sector can have on the wages of temporary and regular workers.

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